ÄNDERE diese iPhone Kamera Einstellungen

Titelbild: Diese Kamera-Einstellungen am iPhone ändern

Dieser Beitrag ist schon etwas älter. Einzelne Schritte können heute anders aussehen, weil Apple mit jedem Update Menüs und Bezeichnungen ändert.

Der Fotograf Elliot Erwitt sagte einst: „Die beste Kamera ist die, die man gerade dabei hat“. Damals hat er zwar bestimmt noch nicht an Smartphones gedacht, aber dank dieser Geräte haben wir heutzutage fast immer eine Kamera dabei. Wie du deine iPhone-Kamera bedienst, habe ich bereits gezeigt, aber was sind überhaupt die besten iPhone Kamera Einstellungen für perfekte Foto- und Videoaufnahmen?

Dies ist das begleitende Skript zu diesem Video. Sichere es dir mit meinem Digitalen Lernpaket.

Titelbild zum Video über die Kamera-Einstellungen am iPhone

Kamera-Einstellungsoptionen können voneinander abweichen

Vorab ein Hinweis: Ich zeige dir die Einstellungen an meinem iPhone 15 Pro. Nicht jedes iPhone-Modell hat alle vorgestellten Kamera-Optionen. Wenn du ein iPhone 14 Pro oder ein iPhone 15 hast, dann dürfte vieles bei dir ähnlich aussehen, bei anderen Modellen können Einstellungen abweichen bzw. fehlen. 

Einstellungen sind die eine Seite, Handgriffe die andere: 14 Kamera-Tricks für perfekte Fotos zeigen, was du im Moment der Aufnahme selbst tun kannst.

1. Menüpunkt Video aufnehmen

In den iPhone-Einstellungen unter Kamera gibt es eine Menge zu konfigurieren, wir gehen alle Menüpunkte von oben nach unten durch.

Der erste Menüpunkt heißt Video aufnehmen. Oben sehen wir die verschiedenen Auflösungen und Bildfrequenzen (kurz fps, frames per second), in denen du Videos aufnehmen kannst. Über PAL-Formate einblenden kannst du zusätzlich noch 25 fps anwählbar machen, ich empfehle aber, bei 30 fps zu bleiben, weil sich dies als internationaler Standard für Computer/Smartphones etabliert hat.

Bei der Auflösung ist größer, sprich 4 K, immer besser, benötigt aber auch deutlich mehr Speicherplatz, bei 30 fps fast 3 mal so viel wie eine Aufnahme in 1080p (Full HD), wie man an den Beispielen im Hinweistext erkennen kann.

Wenn dir die Full HD-Auflösung für deine Zwecke genügt, oder dein Gerät nur wenig Speicherplatz hat, ist 1080p mit 30 fps die beste Wahl.

Bei der Bildfrequenz ist mehr übrigens nicht unbedingt besser, Aufnahmen mit 50 oder 60 fps erinnern mich jedenfalls immer an kostengünstig produzierte Vorabendserien, zumindest wenn man sie nicht nachträglich noch bearbeitet.

Bildstabilisierung für Videos

Weiter unten im Menü gibt es einige interessante Optionen, wie die verbesserte Stabilisierung – hierbei zoomt deine Kamera im Video- und Kino-Modus leicht ran und gleicht dadurch automatisch Wackler aus, die z.B. beim Laufen entstehen, das ist sehr empfehlenswert.

Willst du besonders schnelle Bewegungen einfangen, kannst du den mit dem iPhone 14 eingeführten Actionmodus verwenden, diesen aktivierst du über das rennende Männchen links oben.

Allerdings benötigt der Actionmodus normalerweise viel Licht. Falls dir nur wenig Licht zur Verfügung steht (z.B: bei Innenaufnahmen), kannst du in den Einstellungen den Regler Actionmodus “weniger Licht“ aktivieren, dadurch wird die Stabilisierung zwar etwas verringert, aber dafür gelingt die Aufnahme auch bei schwacher Beleuchtung.

Da ich sich schnell bewegende Objekte selten filme, habe ich den Regler bei mir nicht aktiviert.  

HDR-Videos

Mit HDR (steht für High Dynamic Range) bekommen deine Videoaufnahmen einen höheren Kontrastumfang und mehr Farbdynamik. In meinem Video ist der Effekt nachgestellt, da nicht jeder Bildschirm HDR unterstützt und deshalb echtes Video-HDR nicht zuverlässig dargestellt wird.

HDR ist ein wenig Geschmackssache, die Videos wirken durch HDR für denen einen viel lebendiger – und für die andere unrealistisch bunt. Auch ich bin hier zwiegespalten: Einerseits sehen die Videos auf dem iPhone knalliger aus, andererseits geht der Effekt beim Exportieren sehr leicht wieder verloren, was dann enttäuschen kann.

Auto-FPS

Auto-FPS bedeutet, dass die Bildfrequenz deines Videos automatisch von 30 bzw. von 60 auf 24 fps gesenkt wird, wenn wenig Licht vorhanden ist. Ich würde diese Unterstützung nicht empfehlen, weil das unnatürlich aussehen kann. Insbesondere wenn das Video noch weiterbearbeitet werden soll, ist es besser, eine konstante Bildfrequenz zu haben. Besser ist es, du sorgst gleich bei deinem Aufnahmen schon für ausreichend Licht.

Kamera sperren

Mit Kamera sperren ist gemeint, dass dein iPhone während einer laufenden Videoaufnahme nicht automatisch zwischen den verbauten Kameralinsen wechselt, denn das kann sich hinterher in der Aufnahme durch kleine Sprünge bemerkbar machen.

Allerdings wird bei gesperrter Kamera der digitale Zoom anstelle des optischen Zooms eingesetzt, was sich in einer schlechteren Bildqualität bemerkbar machen kann. Ich würde den Regler daher deaktiviert lassen, außer das Springen stört in einer Videoaufnahmen sehr. 

Weißabgleich sperren

Ganz unten finden wir Weißabgleich sperren. Das ist für Aufnahmen relevant, in denen die Farbtemperatur stark schwankt, z.B. wenn du während deiner Aufnahme von drinnen nach draußen gehst. Bei gesperrten Weißabgleich wird dieser dann während der Aufnahme nicht mehr nachkorrigiert und man nimmt den Wechsel in der Aufnahme stärker wahr.

Das kann manchmal genau der gewünschte Effekt sein, oft aber auch genau das Gegenteil davon. In vielen Beiträgen dazu wird empfohlen, den Regler zu aktivieren, ich kann mich dem nicht anschließen, siehe das Extrembeispiel oben. Du solltest lediglich im Hinterkopf haben, dass es ihn gibt.

Für Aufnahmen bei gleichbleibender Farbtemperatur  – was der Normalfall ist – spielt diese Einstellung keine Rolle. 

2. Slo-Mo aufnehmen

Wir gehen zurück und wechseln in den zweiten Menüeintrag, Sl-Mo aufnehmen. Hier gibt es nur zwei Optionen für die Zeitlupenaufnahme, nämlich eine Bildfrequenz von 120 oder 240 und das wirkt sich auf die spätere Geschwindigkeit deiner Aufnahme aus. Für besonders langsame Zeitlupen wählst du die 240 fps, das benötigt allerdings auch mehr Speicherplatz und kann zu Flackern führen, für eine schnellere Zeitlupe nimmst du die 120 fps.

3. Kinovideo aufnehmen

Weiter geht es mit den Einstellungen für den Kinomodus. Hier kannst du zwischen 3 Auflösungen bzw. fps-Einstellungen auswählen. Wenn deine Aufnahmen im Kinomodus besonders filmisch wirken soll, was ja naheliegt, dann ist 4K und 24 fps die beste Wahl, denn mit 24 fps werden Kinofilme üblicherweise aufgenommen und wir haben uns an diese spezielle Anmutung gewöhnt.

4. Formate

Beim Punkt Formate geht es nicht um Bildformate, sondern um Dateiformate, in denen deine Fotos und Videos gespeichert werden.

Du kannst zwischen High Efficiency, das ist ein Containerformat mit stärkerer Kompression, und maximale Kompatibilität wählen, das sind die Standardformate jpg und h.264.

Persönlich nutze ich High Efficiency, da die Qualität immer noch sehr gut ist und ich bei der Weiterverarbeitung dieser Dateien auf meinem Windows 11-PC auch nichts konvertieren muss. Bei anderen Betriebssystemen kann das jedoch anders sein.

Fotomodus lässt dich wählen, ob die Fotos der Hauptkamera mit 12 oder mit 24 Megapixel gesichert werden – wobei das bei iPhone 14 Pro und iPhone 15-Modellen noch nicht die maximal mögliche Megapixel-Zahl ist, die kommt gleich dran.

Wenn Speicherplatz kein Hindernis ist, dann solltest du hier auf jeden Fall 24 Megapixel wählen. 

ProRaw

Mit dem Regler ProRaw und Auflösungssteuerung stellst du zunächst nur ein, ob du in der Kamera-App die Option bekommst, Bilder mit 48 Megapixeln aufzunehmen. Wenn aktiviert, erscheint das entsprechende Kürzel oben rechts und du kannst diese maximale Auflösung an- oder ausschalten.

Einen großen Unterschied für den Speicherplatz (und Qualität) macht die Entscheidung über den Pro-Standard.

ProRaw bedeutet hier, dass die gesamten Rohdaten erhalten bleiben, das ist wichtig, wenn du deine Fotos später mit einem Programm wie Lightroom weitere bearbeiten möchtest. HEIF Max ist hingegen ein sehr kompakter Standard: ein 48 Megapixel HEIF ist nur ein Fünftel so groß wie ein 12 Megapixel ProRaw.

Ich bin mit HEIF Max im Alltag zufrieden, das liefert immer noch deutlich bessere Ergebnisse als die Fotos mit den normalen 12 oder 24 Megapixeln.

Aber wer das absolute beste Ergebnis haben möchte oder seine Fotos prinzipiell nachbearbeitet, der sollte ProRaw Max mit 48 Megapixeln wählen (und genug Speicherplatz vorhalten).

Danach kommt die neue Option Räumliches Video für die Apple Vision Pro – die Datenbrille gibt es bei uns bekanntlich noch nicht,das können wir also überspringen.  

ProRes

Unter Apple Pro Res finden sich sehr ähnliche Einstellungen wie eben bei ProRaw, nur dass diese hier für Videos gelten.

Da Videos ohnehin schon sehr viel mehr Speicherplatz benötigen als Fotos, ist der Bedarf bei ProRes natürlich noch einmal wesentlich höher. Im Hinweistext dazu ist auch vermerkt, dass es vor allem für professionelle Videonachbearbeitung gedacht ist, also nicht für den Hobbyfilmer.

Im Menü dazu kannst du wählen zwischen HDR, SDR und Log.

Log erhält dabei die meisten Informationen, diese Format ergibt aber nur wirklich nur dann Sinn, wenn du im Nachgang Farbanpassungen machst, die Profis nennen das Color Grading. Ich selbst nutze ProRes gar nicht und habe den Schieberegler daher ausgeschaltet. 

5. Einstellungen beibehalten

Der nächste Punkt, Einstellungen beibehalten, ist sehr wichtig, damit du nach einer Pause nicht jedes Mal dieselben Änderungen an der Kamera-App vornehmen musst.

Ohne dieses Beibehalten geht die Kamera-App nämlich nach einer Weile immer wieder zu ihren Standardeinstellungen zurück, z.B. in den Fotomodus und das 4:3 Bildformat.

Wenn du lieber im 16:9 Format fotografierst, dann solltest du z.B. den 2. Regler Kreative Steuerung eingeschaltet haben, denn dann bleibt deine Kamera dauerhaft beim zuletzt eingestellten Bildformat.

Ich würde zumindest die Kreative Steuerung sowie Live Photo auf Beibehalten stellen, sofern du die anderen Funktionen häufig nutzt, kann es dort auch sinnvoll sein.

Weitere Einstellungen

Danach folgen ein paar einfache Regler ohne Untermenü, viele sind recht selbsterklärend, wie z.B. Stereoton aufnehmen.

Mit „‚Lauter‘ für Serie verwenden“ ist die Lautstärke hoch-Taste auf der linken Seite des iPhones gemeint, mit dieser kannst du bei aktiviertem Regler direkt eine Bilderserie schießen, indem du den Finger darauf gedrückt hältst.

QR-Code scannen und erkannten Text anzeigen sind beides sehr empfehlenswerte Funktionen. Mit der ersten werden QR-Codes automatisch gelesen und im Sucher wird dir direkt ein Link zum Öffnen des Links in deinem Browser angeboten.

Mit der zweiten Option erscheint ein Scan-Symbol in der Kamera sobald ein Text im Foto erkannt wurde. Durch Drücken dieses Scan-Knopfs kannst du den Text festhalten, kopieren und dann in anderen Apps als Text weiterbearbeiten. Auch Handschrift wird zuverlässig erkannt.

Komposition

Für deine Bildkomposition hilfreich ist das aktivierte Drittelraster – platziere für interessantere Bilder deine Objekte an den Schnittpunkten der eingeblendeten Linien.

Die aktivierte Wasserwaage lässt dich mittels einer horizontalen Linie wissen, wann deine Kamera gerade ausgerichtet ist – sie leuchtet dann gelb auf.

Frontkamera spiegeln lasse ich persönlich – entgegen vieler Empfehlungen – ausgeschaltet.

Wenn du Selfies aufnimmst, dann siehst du dein Bild immer gespiegelt – wie wir das eben vom Spiegel kennen.

Ist Frontkamera spiegeln aktiv, dann wird auch das spätere Foto in der Fotos-App gespiegelt und davon halte ich nichts, denn wenn Gesichter gespiegelt sind, sieht das immer seltsam oder irgendwie falsch aus – die meisten Gesichter sind eben nicht symmetrisch.

Bei der Aufnahme des Videos zu diesem Beitrag habe ich außerdem festgestellt, dass eine derartige Spiegelung der Frontkamera beim Export in andere Programme wieder rückgängig gemacht wird, was mich irritierte. Ein weiterer Grund gegen das Spiegeln.

Mit Außerhalb des Rahmens anzeigen kannst du dir bei der Hauptkamera auch den Bereich außerhalb deines Suchers halbtransparent anzeigen lassen. Das soll dir dabei helfen, einen besseren Ausschnitt für dein Motiv zu finden, es könnte aber auch verwirren.

Ich habe mich auch schon einmal dabei ertappt, dass ich nicht mehr sicher war, ob dieser Bereich nun aufgenommen wird oder nicht. Er wird es nicht und wenn du Verwirrung vermeiden möchtest, schaltest du den Regler aus, dann siehst du außerhalb des Suchers anstelle der Transparenz nur schwarze Balken.

6. Fotografische Stile

Darunter findest du die Fotografischen Stile. Wie bei Fotofiltern (Stichwort: Instagram) kannst du hier schon bei der Aufnahme die Farbwerte in begrenztem Umfang verändern, zum Beispiel wärmer oder kälter, aber ich würde solche Bearbeitungen immer erst nach dem Fotografieren vornehmen, denn ich möchte das von Fall zu Fall entscheiden können.

7. Hauptkamera

Unter Hauptkamera kannst du beim iPhone 15 Pro und Pro Max auswählen, welches dein Standardobjektiv sein soll und ob die anderen so genannten “Objektive” auch anwählbar sein sollen – tatsächlich handelt es sich um digitale Zoomstufen.

Ich habe die 24 mm Brennweite als Standard und die beiden anderen als zusätzliche Optionen aktiviert – so kann ich in der Kamera-App durch Tippen auf das 1x beim Zoom zwischen den drei Stufen durchwechseln.

Diese Optionen sind wie eine Art zusätzliche vorkonfigurierte digitale Zoomstufen zu betrachten, Apple macht mit der Benennung etwas mehr aus der Sache, als es tatsächlich ist.

Weitere Regler

Wir gehen wieder zurück und hier gibt es noch 4 weitere Regler:

Porträts im Fotomodus erlaubt es dir, auch nachträglich aus einem Foto ein Porträt zu machen.

Sobald ein entsprechendes Bildmotiv erkannt wird, zeichnet dein iPhone die Tiefeninformationen dann automatisch mit auf. Dies erlaubt es dir, den Fokuspunkt und die Schärfentiefe auch nachträglich noch zu ändern, selbst wenn du das Bild im normalen Fotomodus und nicht als Porträt geschossen hast – sehr nützlich.

Weniger nützlich ist Schnellere Aufnahmen priorisieren, denn dann geht beim schnellen Auslösen Geschwindigkeit über Qualität und ich bezweifle, ob einem damit geholfen ist, wenn Fotos zwar schneller geschossen werden, dafür aber die Qualität nicht mehr ausreichend ist – daher lasse ich diesen Regler ausgeschaltet.

Objektivkorrektur hingegen lasse ich aktiviert.

Damit werden Fotos mit der Frontkamera oder mit der Ultra-Weitwinkel Kamera perspektivisch anpasst, um Verzerrungen zu vermeiden.

Zuletzt noch die Makro-Steuerung: Wenn der Regler ausgeschaltet ist, schaltet dein iPhone selbstständig zwischen der normalen Kamera und der Makro-Kamera um. In Zwischenbereichen kann dieses Springen zwischen den Kameras allerdings auch stören.

Für mehr Kontrolle kannst du Makro-Steuerung anschalten, du bekommst dann das Blumensymbol angezeigt, wenn Makro aktiv ist und kannst die Makrokamera durch Tippen darauf ausschalten.

Dadurch wird zwar das Springen von Haupt-auf Makrokamera verhindert, aber wenn du sehr nah an einem Objekt bist, kann die Hauptkamera irgendwann nicht mehr richtig fokussieren.

Da das Abschalten des Makros rein optional ist, kannst du die Makro-Steuerung selbst problemlos eingeschaltet lassen. Ich finde das Blumensymbol als Information hilfreich.

Nun weißt du, welche Einstellungen du für optimale Fotos und Videos auf deinem iPhone wählen solltest. Wenn du häufig Fotos und Videos machst, dann kann das Auffinden älterer Aufnahmen mitunter schwierig sein – aber mit meinen Tipps & Tricks für die Fotos-App findest du deine Medien jederzeit in Sekundenschnelle.

Bild von David Neumann

David Neumann

Technik soll Menschen verbinden, nicht überfordern. Deshalb lernst du bei mir, wie du das volle Potenzial deiner Apple-Geräte ausschöpfst.

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