Im Bereich der Ladeoptimierung, einem viel diskutierten Thema unter meinen bisherigen Beiträgen, stößt man auf diverse Meinungen darüber, wie man seinen iPhone-Akku am besten pflegt, damit er seine Ladekapazität nur möglichst langsam verliert.
Dies ist das Skript zu diesem Video:

Mit der Markteinführung des iPhone 15 hat Apple eine neuartige Lademethode namens „80% Limit“ eingeführt, die ich seit dem erstmaligen Aufladen meines iPhone 15 Pro anwende. In diesem Beitrag werde ich darüber berichten, ob diese neuartige Lademethode tatsächlich dazu beigetragen hat, meinen iPhone-Akku optimal zu schonen, oder ob der Erfolg eher „limitiert“ war.

Bevor wir zu meinem eigenen iPhone kommen, werfen wir zunächst einen kurzen Blick auf die allgemeine Problematik im Zusammenhang mit den iPhone-Akkus. Grundsätzlich kannst und darfst du dein iPhone jederzeit auf 100% aufladen. Apple betont auch immer wieder auf den eigenen Seiten, dass die Batterie deines iPhone bedenkenlos auf 100% aufladen kannst, wann immer du willst, da die Batterie darauf ausgelegt ist.
Doch die Sache ist nicht ganz so simpel, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn warum gibt es dann die Funktion „optimiertes Laden„, die das iPhone nur bis zu 80% auflädt und erst kurz vor der erwarteten Nutzung auf 100% bringt?
Das optimierte Laden basiert auf der Erkenntnis, dass eine dauerhafte Ladung einer Batterie, die bereits vollständig aufgeladen ist, diese unter Stress setzen kann und ggf. die Lebensdauer der Batterie verkürzt. Daher schaltet zwischen 80% und 100% automatisch ein sogenanntes Erhaltungsladen ein, eine vorsichtigere Ladepraxis, um möglichen Schaden zu vermeiden.
Nun kann man einfach das optimierte Laden verwenden, um den Akku zu schonen. Die Option des optimierten Ladens bringt jedoch mindestens zwei Schwierigkeiten mit sich.
Zum einen kann sie nicht manuell, beispielsweise vor dem Schlafengehen, aktiviert werden. Dein iPhone trifft eigenständig die Entscheidung, das optimierte Laden durchzuführen, und dies geschieht nur, wenn es deine Schlaf- und Laderoutinen kennt.
Um dies zu ermöglichen, müssen bestimmte Dienste auf deinem iPhone aktiviert sein. Unter Einstellungen – Datenschutz & Sicherheit – Ortungsdienste die Option Ortungsdienste – die auch aus anderen Gründen erforderlich sind, z.B. für die korrekte Funktion von Navigations-Apps.



Dann unter Systemdienste die Option Systemanpassung.


Dieser Dienst ermöglicht es dem iPhone, Anpassungen basierend auf deinem Standort vorzunehmen, wie beispielsweise das nächtliche optimierte Laden, wenn sich dein iPhone zu Hause befindet. Anschließend benötigt dein iPhone noch die Funktion Wichtige Orte.

Wichtige Orte – notwendig für optimiertes Laden
Wichtige Orte erstellt kontinuierlich ein umfassendes Bewegungsprofil von dir, um beispielsweise festzustellen, wo sich dein Zuhause und dein Arbeitsplatz befinden, sowie Informationen darüber zu gewinnen, wie und wo du üblicherweise dein iPhone auflädst.
Um diese Funktion zu nutzen, muss dein iPhone jedoch über mindestens 14 Tage hinweg Bewegungs- und Nutzungsdaten von dir sammeln. Zusätzlich musst du an einem Standort mindestens 9 Ladevorgänge mit jeweils einer Dauer von mindestens 5 Stunden durchgeführt haben.
Es ist also eine Vielzahl von Bedingungen zu erfüllen, um die Wichtige Orte-Funktion korrekt für die Ladeoptimierung zu nutzen.

Die Funktion „Wichtige Orte“ gefällt mir persönlich nicht. Innerhalb von etwas über einem Monat hat dieser Dienst ganze 133 Einträge von meinen Aufenthaltsorten erstellt, wobei ich selbst nicht einmal die Möglichkeit bekomme, diese Orte einzusehen.
Obwohl Apple auf der Seite der “Rechtsabteilung” versichert, dass das Unternehmen die Daten nicht auslesen kann, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass diese Informationen nicht für kommerzielle Zwecke aggregiert und genutzt werden könnten. Aus diesem Grund habe ich diese Funktion normalerweise deaktiviert.
Wer also von Wichtige Orte nicht getrackt werden möchte, kann – zumindest wenn er oder sie kein iPhone 15 hat – auch nicht optimiert laden – eine ziemlich merkwürdige Verknüpfung, oder?
Die neue „80% Limit“-Ladeoption umgeht diese Problematik. Somit gibt es eine erfreuliche Alternative für diejenigen, die ihre Standortdaten nicht erfasst haben möchten, ohne auf die Vorteile einer optimierten Lademethode verzichten zu müssen.
So aktvierst Du die neue Funktion „80% Limit“ beim iPhone 15
Die neue Ladeoption „80% Limit“ für iPhone 15-Modelle findest du, wenn du in den Einstellungen zu Batterie gehst, hier auf Batteriezustand & Ladevorgang und hier nun auf Ladeoptimierung.



Wenn die Option aktiviert ist, lädt das iPhone die Batterie in der Regel bis zu 80% auf, danach wird der Ladevorgang pausiert, bis der Akkustand auf 75% abfällt, um dann erneut aufgeladen zu werden. „In der Regel“ deshalb, weil es gelegentlich vorkommt, dass der Akku trotzdem bis auf 100% geladen wird – ein Verhalten, das ich auch bei meinem iPhone beobachtet habe.
Laut Apple wird dies gemacht, um genaue Schätzungen zum Ladestand zu ermöglichen. Somit bietet Apple gleich zwei Ladeoptimierungen, die gewährleisten sollen, dass die iPhone-Batterie möglichst selten über den Bereich von 80% hinaus geladen wird. Trotz des Versprechens „Lade, wann immer du willst“, scheint dies also tatsächlich einen Einfluss auf die Batterielebensdauer zu haben.
80% Limit: Mein Zwischenergebnis nach 5 Monaten
Nach fünf Monaten Nutzung meines iPhone 15 Pro mit „80% Limit“ möchte ich wissen, welche Auswirkungen diese Lademethode auf die Batterie hat. Zunächst schauen wir in die Batterie-Informationen, die finden iPhone 15-Nutzer unter Allgemein und Info.



Seit der Herstellung meines iPhone im Juli 2023 und der Inbetriebnahme im September hat der Akku bereits 134 Ladezyklen durchlaufen. Ein Ladezyklus beschreibt dabei ein vollständiges Entladen der Batterie von 100% auf 0% oder entsprechend aufsummierte Teilentladungen, wie es in der Grafik von Apple illustriert wird:

Um mehr über den aktuellen Zustand des Akkus zu erfahren, werfen wir einen Blick in die Einstellungen von Apple, genauer gesagt unter Batterie und dann Batteriezustand & Ladevorgang.



Bei mir liegt die maximale Kapazität noch bei 100%. Alles also bestens, dank des 80%-Limits – oder etwa nicht? Wenn du meinen Inhalten schon länger folgst, weißt du, dass Apple hier ein wenig „schummelt“ – genauer gesagt entsprechen die angezeigten 100% nicht einer tatsächlichen vollständigen Aufladung deines Akkus.
Apple gibt seinen Batterien eine Art Sicherheitspuffer und definiert die Marke für 100% etwas niedriger als sie wirklich ist. In Wahrheit hat mein Akku im Laufe der Zeit bereits an Ladekapazität verloren, das lässt sich nicht vermeiden.
Der tatsächliche Akkuzustand verrät die ganze Wahrheit
Um herauszufinden, wie es wirklich um den Akku bestellt ist, verwende ich den Kurzbefehl „tatsächlicher Akkuzustand„. In meinem Beitrag über die Ermittlung des tatsächlichen Akkuzustands erkläre ich dir im Detail, wie du ihn verwendest.
Wir wechseln zu Datenschutz & Sicherheit, Analyse & Verbesserungen und suchen unter Analysedaten die neueste Analytics-Datei aus.




Das ist diese hier und darauf wende ich nun den Kurzbefehl Tatsächlicher Akkuzustand an, um die echten Werte zu sehen.


Die Anzahl der Ladezyklen beläuft sich übereinstimmend auf 134, die ursprüngliche Maximalkapazität des Akkus lag bei 3392 mAh lag und die aktuelle bei 3247 mAh. Dies resultiert in einer tatsächlichen Maximalkapazität von 95,7% im Vergleich zum Neuzustand des Akkus.
Leider fehlt mir ein zweites iPhone 15 Pro, das nicht optimiert geladen wurde und das ebenso lange genutzt wurde. Besitzt du eines? Dann teile deine Werte hier in den Kommentaren.
Mein Gefühl ist, dass das „80% Limit“-Laden den Akkuzustand im Vergleich zum normalen Laden zwar nicht verschlechtert hat, die Abnutzung jedoch auch nicht wesentlich geringer war als beispielsweise bei meinem älteren iPhone 12 mini, das nicht die Option des „80% Limits“ hatte.
Mein Fazit zur Ladeoptimierung von Apple
Das Fazit lautet also: Die neue Methode bringt gefühlt höchstens eine geringfügige Verbesserung gegenüber dem Laden ohne Limit, bringt dafür aber die Einschränkung mit sich, dass immer nur 80% der Akkuleistung zur Verfügung stehen.
Aktuell komme ich damit gut durch den Tag, außer bei sehr intensiver Nutzung. Wenn das nicht mehr der Fall ist, werde ich das Lade-Limit ausschalten.
Welche Erfahrungen hast du mit den verschiedenen Lademethoden gemacht? Teile in den Kommentaren deine Akkuwerte und wie lange du dein iPhone in Betrieb hast. Gemeinsam finden wir heraus, wie signifikant die Unterschiede zwischen den verschiedenen Lademethoden wirklich sind.
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