Heute wird’s persönlich – denn ich berichte dir von meinen Erfahrungen mit der Apple Watch Series 10. Es ist meine allererste Smartwatch, denn ich war in meinem ganzen bisherigen Leben Armbanduhrverweigerer.

Umso spannender war es für mich, die neue Watch auszuprobieren und zu sehen, ob und wie sie sich in meinen Alltag integriert. In diesem Beitrag schildere ich dir meine Eindrücke nach den ersten 6 Wochen – vom Tragekomfort über die Frage, wie schlimm die kurze Akkulaufzeit ist, was mich am meisten an der Watch überrascht hat und was mich am meisten an ihr stört. Außerdem verrate dir am Ende, für wen sich der Kauf der Apple Watch Series 10 lohnt – und für wen eher nicht.
Dies ist das Begleit-Skript zu diesem Video
Wie trägt sich die Apple Watch Series 10?
Als jemand, der nie zuvor eine Uhr getragen hat, war ich überrascht, wie problemlos ich mich an das dauerhafte Tragen der Apple Watch gewöhnt habe. Die meiste Zeit vergesse ich, dass ich sie überhaupt am Handgelenk habe.
Das liegt sicher auch daran, dass die Series 10 leichter und flacher ist als ihre Vorgänger, die ich immer als etwas klobig empfand und alleine schon deshalb nicht haben wollte.

Ich habe übrigens die kleinere Variante mit 42 mm Display gewählt, denn die große ragte fast über mein Handgelenk und da wäre ich vermutlich öfters irgendwo hängengeblieben.

Das ist mir mit dieser Uhr aber gar nicht passiert. Selbst nachts beim Schlafen stört mich die Uhr nicht. Das Einzige, was mich manchmal nervt, sind haptische Signale zu unpassenden Zeitpunkten, aber dazu kommen wir später.
Beim Armband habe ich mich für das Sport Loop Armband im Farbton Tinte entschieden, das ist die dunkelste Farbe, in der es dieses Armband gibt und ich fand, das passt am besten zur Watch in Diamantschwarz.

Optisch ist ein Klettverschluss vielleicht nicht jedermanns Sache, aber dafür ist das Tragegefühl wirklich angenehm und man kann die Weite/Enge und Position des Armbands mit einem Handgriff anpassen.

Ich habe vor der Bestellung die anderen Armbandtypen im Apple Store ausprobiert und der Sport Loop war für mich ganz klar der Gewinner. Bisher zeigt der Klettverschluss auch keine Abnutzungserscheinungen, aber das wäre ja auch wirklich etwas früh.
Nutzung der Apple Watch 10 im Alltag
Nach dem Aufstehen checke ich meist auf dem iPhone die Schlafaufzeichnungen, die die Watch in der Nacht gemacht hat. In der Health App sind diese übersichtlich dargestellt und man sieht einfach mehr als auf dem kleinen Bildschirm der Watch. Dazu schaue ich auch ab und zu in die Vitalzeichen, um zu sehen, ob es längerfristige Muster gibt, z.B. häufigere Messungen, die außerhalb des normalen Bereichs liegen.
Im Laufe des Tages schaue ich dann immer mal wieder nach der Uhrzeit, checke meine Mails oder werfe einen Blick auf meine Aktivitätsringe. Wenn ich sehe, dass der Bewegungs- oder Trainingsring schon fast geschlossen ist, motiviert mich das nochmal, mich ein wenig zu bewegen – ja, ich laufe deshalb sogar manchmal um 23 Uhr im Wohnzimmer umher. Außerdem verpasse ich dank der Vibration am Handgelenk jetzt keine Anrufe mehr, was vorher schon ab und zu vorkam.
Das kontaktlose Bezahlen mit der Apple Watch ist prinzipiell sehr praktisch und es funktioniert auch zuverlässig.

Allerdings greife ich in stressigen Situationen doch oft eher zum iPhone, einfach weil ich die Handgriffe schon so verinnerlicht habe. Je nachdem, wo das Kartenlesegerät ist und wie dick ich angezogen bin, habe ich das iPhone manchmal auch schneller zur Hand als die Watch an der benötigten Stelle (nach diversem Armverrenkungen).
Hinzu kommt: Beim Bezahlen im Lidl oder dm scanne ich meist erst die App des Markts auf meinem iPhone, da ist die Watch dann auf keinen Fall schneller als einfach direkt mit dem iPhone zu zahlen. Daher ist die Zahlungsfunktion der Watch für mich eher ein Gimmick als tatsächlich ein großer Zugewinn.
Ein großer Schwachpunkt der Apple Watch
Was mich häufig nervt, ist die sehr späte automatische Erkennung von Trainings. Das liegt daran, dass die Apple Watch den Puls nur relativ selten misst.

Bei meinen Tests lag die letzte Messung zwischen 3 und 10 Minuten zurück, das ist einfach zu lange und es hat seine Auswirkungen: Wenn ich morgens mit dem Fahrrad meinen Sohn in die Kita bringe, erkennt die Uhr immer erst dann ein Fahrrad-Training, wenn ich bereits dort ankomme.
Dann vibriert sie alle paar Minuten und fragt mich, ob sie ein Training aufzeichnen soll (richtig nervend).

Und wenn ich dann ins Büro weiterfahre, stellt die Watch fest, dass ich das Training offenbar gerade beendet habe…. In diesen Momenten habe ich Wichtigeres zu tun, als meine Watch zu babysitten und ihr zu erklären, was ich gerade tue.

Im Fitnessstudio klappt es besser, da kann ich dank meiner AirPods einfach per Sprachbefehl sagen, ob ein Training gestartet oder beendet werden soll. Mit der Zeit erkennt die Uhr übrigens immer zuverlässiger, welche Art von Training man gerade macht. Man merkt auf jeden Fall, dass sie mit der Zeit dazulernt.
Apple Watch & Aktivitäten
Das Aktivitäts-Tracking mit den 3 Ringen (die stehen von außen nach innen für Bewegung, Training und Stunden, in denen man gestanden hat) gefällt mir sehr gut.

Es ist – logischerweise – viel genauer als die Messung nur mit dem iPhone in der Hosentasche. Das iPhone erfasste in etwa nur die Hälfte meiner Bewegungen:

Nun konnte ich dank der genaueren Messung der Watch mein Bewegungsziel in der App verdoppeln.

Du kannst dich von der Watch auch an das Schließen der Ringe erinnern lassen, das ist vor allem für das Stehziel nützlich, denn viele von uns sitzen ja zu lange ohne Pause vor dem Bildschirm – durch die Hinweise stehe ich jetzt aber tatsächlich mindestens 1x pro Stunde auf und laufe ein wenig herum.



Und auch das Zusammenspiel mit der App meines Fitnessstudios klappt gut, d.h. meine täglichen Bewegungen werden auch dort vermerkt und zu den Trainings an den Geräten hinzugerechnet.
Ist die kurze Akkulaufzeit ein Problem?
Vor dem Kauf hatte ich Bedenken wegen der kurzen Akkulaufzeit der Apple Watch, denn der hält nur einen Tag durch und man muss das Aufladen in seine Tagesroutine einbauen. Das ging aber erstaunlich problemlos und ich denke inzwischen, es ist vielleicht sogar besser, dass man es jeden Tag machen muss, statt nur jeden 2. oder 3. Tag, damit man eine neue Gewohnheit etabliert.
Ich lege die Uhr einfach vor dem Duschen auf mein Ladepad

und nach dem Frühstück ist sie dank des Schnelladens schon voll aufgeladen und hält ca. bis Mitte des nächsten Tages.

Ich habe tatsächlich noch kein einziges Mal versäumt, die Uhr zu laden. Dafür habe ich aber schon dreimal vergessen, sie mitzunehmen. Es ist also noch nicht so, dass ich das Gefühl habe: „Moment, da fehlt etwas“, wenn ich ohne Watch aus dem Haus gehe.
Bedienung und Watch-Face
Um die Bedienung der Apple Watch zu verstehen, musste ich mich erst ein bisschen informieren, im Vergleich zum iPhone fand ich das etwas weniger intuitiv. Meine Erkenntnisse zur Bedienung der Apple Watch habe ich dir in diesem Beitrag zusammengefasst. Aber wenn man mal verstanden hat, wie alles funktioniert, kommt man gut zurecht.
Bei den Zifferblättern, den sogenannten Watch Faces, habe ich am Anfang ein bisschen experimentiert. Da ich die Watch aber vor allem zur Messung meiner Aktivität nutze, habe ich mich schnell für das Watch-Face „Aktivität Digital“ entschieden, das ich jetzt praktisch immer nutze.

Oben links habe ich aktuell eine Komplikation, also einen Shortcut zu meinen Mails eingerichtet, oben rechts zu meinen Erinnerungen und unten werden mir meine nächsten Termine im Kalender angezeigt.
Telefon-Funktion und Siri
Die Telefon-Funktion der Apple Watch habe ich bisher nur ein einziges Mal genutzt, als mich meine Frau anrief, während ich gerade mit dem Fahrrad unterwegs war. Ich habe kurz angehalten und dann in meine Uhr gesprochen, während sie über den Lautsprecher der Uhr zu hören war.

Das war schon irgendwie seltsam und natürlich konnten da auch alle Passanten mithören. Für mich ist das jetzt nichts, was ich regelmäßig machen würde. Genauso wenig, wie ich über die Watch-Lautsprecher Musik höre.
Praktisch finde ich hingegen die Nutzung von Siri mit der Watch, vor allem wenn man seine AirPods im Ohr hat. Wenn die Uhr mich im Fitnessstudio fragt „Machst du gerade ein Training und soll ich es für dich aufzeichnen?“ (so, wie sie es auch auf dem Fahrrad tut), kann ich hier schnell mit „Ja“ oder „Nein“ antworten und direkt meinen Podcast weiterhören.
Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass man festlegt, aus welchen Apps man Mitteilungen von Siri vorgelesen bekommen möchte, wenn man die Kopfhörer trägt. Das machst du auf dem iPhone unter Einstellungen, Siri und Mitteilungen ankündigen.



Mein Tipp: Lasse hier so wenig Apps wie möglich aktiv. Kalender, Erinnerungen und evtl. noch WhatsApp reichen, denke ich, völlig aus. Ich muss wirklich nicht von Siri erzählt bekommen, dass irgendjemand gerade wieder eine Instagram-Story gepostet hat – in den Grundeinstellungen passierte jedoch genau das.
Bin ich durch die Watch ein Siri-Fan geworden? Das nicht, aber die Nutzung fühlt sich hier natürlicher an, als wenn ich mit meinem iPhone spreche und dementsprechend nutze ich Siri häufiger als vorher – auch zum Einsprechen von Erinnerungen, wenn das iPhone mal nicht zur Hand ist.


Weniger Bildschirmzeit durch die Apple Watch?
Gepriesen wird die Watch unter anderem ja als Mittel, um nicht ständig aufs iPhone zu schauen. Aber wenn ich ehrlich bin: Situationen, in denen die Apple Watch mein iPhone wirklich ersetzt, gibt es wenige. Höchstens mal für einen schnellen Blick auf die Uhrzeit, meine Aktivitätsringe, den nächsten Termin oder das Wetter.
In den anderen Fällen greife ich doch weiterhin zum iPhone (vielleicht noch immer eine Frage der Gewöhnung?). Ich habe sogar den Eindruck, dass ich durch die Apple Watch unterm Strich eher häufiger als seltener auf einen Bildschirm schaue. Wenn man also die eigene Bildschirmzeit reduzieren will, ist eine Apple Watch nicht das geeignete Mittel dafür.
Wecker und Schlafapnoe-Erkennung
Die größte Annehmlichkeit im Alltag, die die Watch für mich gebracht hat, ist das Wecken per Vibration am Handgelenk. Das funktioniert absolut zuverlässig und ist viel angenehmer als ein herkömmlicher Wecker. Wenn die Watch morgens vibriert, erscheint die Schlummern-Funktion sehr prominent oben auf dem Display – das ist vielleicht etwas gefährlich.

Aber man muss dadurch auch bewusst nach unten scrollen, um den Wecker richtig auszuschalten, vermutlich ist das die Idee. Danach verlässt die Watch automatisch den Schlaffokus und begrüßt den Träger mit ein paar nützlichen Infos. Das gefällt mir gut.

Durch die Watch weiß ich auch, dass ich definitiv zu wenig schlafe. Ich dachte immer, ich käme auf 7 Stunden, aber in Wirklichkeit sind es eher zwischen 6 und 6,5 Stunden – das ist eindeutig nicht genug. Obwohl mein Schlafplan 7 Stunden Schlaf vorsieht, und mich die Uhr jeden Abend brav ans Zubettgehen erinnert,

habe ich es bisher noch nicht geschafft, meine durchschnittliche Schlafdauer zu verlängern.


Die neue Funktion zur Erkennung von Schlafapnoe habe ich aktiviert, aber zum Glück hat die Uhr bisher noch keine Nächte mit vermehrten Atemaussetzern aufgezeichnet. Somit habe ich mit dieser Funktion zum Glück noch keine nähere Bekanntschaft gemacht.
Für wen lohnt sich die Apple Watch Series 10?
Wem würde ich die Apple Watch Series 10 nun empfehlen? Zunächst ist natürlich Vorbedingung, dass du ein iPhone nutzt und auch auf absehbare Zeit dabei bleibst. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man gar nicht erst darüber nachdenken – denn die Watch ist alles Mögliche, aber bestimmt nicht günstig.
Und sie ist jetzt auch nicht in dem Maße nochmal nützlicher, wie es ein iPhone sein kann. Die Watch bringt eher nochmal ein paar Prozentchen mehr an Komfort in manchen Situationen – bei mir macht sich das vor allem beim Wecker bemerkbar und wenn ich im Fitnessstudio bin.
Auf der anderen Seite wird die Watch für echte Sportfreaks bei den Messungen nicht genau genug sein – der Puls wird einfach zu selten gemessen. In diesem Bereich ist die Watch eher für Leute wie mich, die gerne etwas Motivation zur Bewegung haben möchten, ohne gleich eine Wissenschaft daraus zu machen. Wenn dir das ausreicht, hast du mit der Series 10 aber eine Smartwatch, die wirklich angenehm zu tragen ist und das sogar beim Schlafen.
Kurz gesagt: Die Apple Watch ist ganz sicher kein Must-have. Wenn du aber einen groben Überblick über deine Gesundheit und Fitness bekommen und deine Termine und Erinnerungen immer im Blick haben möchtest, ist sie ein hilfreicher Begleiter. Dazu gibt es noch viele kleine Kniffe, mit denen die Watch im Alltag helfen kann (ein Video dazu folgt).
Wenn du noch Fragen zur Apple Watch Series 10 hast, lass sie gerne in den Kommentaren da.
Und falls du dir gerade eine neue Apple Watch zulegst, besonders wenn es deine erste ist, dann schau dir diesen Beitrag an und erspar dir die lange Suche nach all den besten Einstellungen der Apple Watch, denn dort ist alles zusammengefasst, was du dazu wissen musst.



